Energie / Verkehr/ Ökologie

Die Energiegewinnung

In Mannheim zeichnet sich jetzt (2020) endlich die Einsicht und der Wille ab, auf Kohle und Gas zu verzichten. Leider viel zu spät. Bereits 2014 war das aus unserer Sicht jedoch kein Modell für die Gegenwart, geschweige denn der Zukunft.

Deswegen entstand schon früh die Idee, unser Gebäude – auch für spätere NutzerInnen – von fossilen Energien komplett frei zu machen. Dachten wir dabei zu Beginn über eine Solarthermie unterstützte Pelletsheizung nach, so hat sich unser Energiekonzept unterwegs noch einmal komplett verändert und weiterentwickelt:

  • Unser Haus ist CO2 frei. Es findet keine Verbrennung statt!
  • Zusammen mit der Energiegenossenschaft HEG aus Heidelberg haben wir unser Dach  mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet. Die produziert pro Jahr ca. 25000 KWH. Hieraus beziehen wir günstigen und „sauberen“ MieterInnenStrom. Knapp 40% der erzeugten Energie verbrauchen wir dabei direkt im Haus, der Rest wird ins Netz eingespeist. Bilanziell erzeugen wir so die Wärme für Heizung und Warmwasser sowie mehr als die Hälfte unseres privaten Haushaltstroms. Der benötigte Reststrom wird uns durch die HEG aus anderen grünen Quellen (einem Energieverbund von Energiegenossenschaften) garantiert (heute defacto bis zur Umstellung des Kraftwerks auf Geothermie noch „Mannheimer Dreck“)
  • Eine große solarthermische Anlage von fast 60 qm sichert unsere Warmwasser-versorgung im Sommer und in der Übergangszeit. Die anfallende Wärme kann mittelfristig in einem Paraffinspeicher aufgefangen werden. Hierbei wird mittels Latentwärme der Aggregatwechsels zwischen flüssig und fest ausgenutzt.
  • Diese Speichermasse liefert uns die Energie für unsere Niedrigtemperaturheizung (29°C Vorlauftemperatur) und die Warmwasservorbereitung im Winter.
  • Eine Luftwärmepumpe übernimmt die Energiebereitstellung, sobald die Speicher leerfahren.Die Dämmung und die Passivhaustauglichen Komponenten der Fenster und der Lüftungsanlage mit 90% Wärmerückgewinnung senken die Warmmiete. Das gilt besonders, weil die CO2 Preise gegen den Klimawandel steigen müssen.
  • Die Dämmung und die Passivhaustauglichen Komponenten der Fenster und der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung senken die Warmmiete.

  • Im August 2015 haben wir dafür eine Förderung von der Klimaschutzagentur Mannheim erhalten haben, vielen Dank dafür! 
  • Vom Land Baden-Württemberg wurden wir 2017 zusammen mit der HEG Heidelberg als eines der besten Contracting Projekte ausgezeichnet.
  • Im September 2021 erhielten wir für die gelungene Mischung zwischen Bezahlbar und Nachhaltig den Mannheimer Wolfgang-Raufelder Preis mitverliehen. (s. auch umBAUgeflüster September 2021)

 

Die Energiebilanz

 

Im Jahr 2019 haben wir mit damals 31 Bewohnerinnen 8100 kWh Strom verbraucht, den wir nicht bilanziell am Haus erzeugt haben. Wenn uns das durch persönliche Konsumverminderung, bessere Steuerung und zusätzlichen Ausbau der Stromgewinnung gelingt, können wir bilanziell ein Plusenergiehaus werden. Die nächste Wärmepumpe wird eine effizientere Wasser-Wasser Wärmepumpe. Wir arbeiten also weiter daran.

Verknüpfung von Wohnen und Verkehr!

Bereits seit Anfang der Planungen auf dem Turleygelände waren wir mit der Stadt Mannheim in der Diskussion um einen autofreien Stadtteil. Gelungene Beispiele wie das Vauban Gelände in Freiburg haben uns dazu ermutigt. Neben der Frage, in welchem Umfeld wollen wir wohnen, ist ganz entscheidend die Frage der Baukosten: jeder Tiefgaragenplatz verteuert eine Wohnung um fast 10%. Autoreduktion steht also in direktem Zusammenhang zu bezahlbaren Mieten! Gleichzeitig erfordert das Klima die Zahl der PKWs auch in Mannheim im Laufe des Jahrzehnts zu halbieren oder zu dritteln.

Auch wenn wir mit der Idee eines autofreien Stadtteils in Mannheim gescheitert sind (verkehrsreduziert ist er immerhin geworden!):

Wir konnten zwei öffentliche CarSharing Stellplätze auf unserer Stellfläche zur Verfügung stellen. Die können bei Bedarf auch mit E-Säulen ausgestattet werden (Strom vom Dach!). Siehe auch umBAU Geflüster März 2019

Das Rad ist für uns das präferierte Fortbewegungsmittel, einigependeln damit auch bis nach Heidelberg oder Schwetzingen.

Die Anschaffung (oder Beteiligung an einem Netzwerk) eines Lastenrades für die Großeinkäufe steht bevor.

Im Rahmen der kollektiven Nutzung durch die BewohnerInnen des Hauses kann so eine gemeinsame Diskussion über Verkehr und erforderliche Mobilität entstehen: je nach Bedarf und Streckenlänge/ bzw. Personenzahl kann zwischen Fahrrad /ÖPNV/ E-Mobil und PKW entschieden werden. Bei weiterem technischen Fortschritt der Elektromobilität ist der Umstieg bei uns also bereits angelegt.

Ein mittels integrierter Apps „share-fähiger“ Sono ist von BewohnerInnen bereits bestellt.

Der Strom für die E-Mobilität ist natürlich selbstgemacht und kommt vom Dach, der Verbrauch pro Kilometer ist damit CO²- frei. Perspektivisch kann er von allen MieterInnen im Rahmen einer kostendeckenden Umlage pro Kilometer genutzt werden. Damit wird Elektromobilität erschwinglich, hält Elektromobilität Einzug ins Mietshaus! Eine ebenfalls geplante bidirektionale Ladestation ermöglicht dann auch die Stromrückspeicherung ins Haus.

Ernährungskonzepte / SoLaWi

Einige aus unserem Haus unterstützen die Solidarische Landwirtschaft. Rund ums Haus und auf den Balkonen starten erste Versuche eines Gemüseanbaus.

Gründach / Flächenversiegelung / Regenwassernutzung

Auf unserem Hauptdach bietet außer der aufgeständerten PV Anlage auch ein Gründach zusätzlich eine Speicherfunktion. Das gleiche gilt für unser Carport. Die ersten Fassadenbegrünungen sind gelungen. Alle anderen Flächen außer dem Haus selber sind nicht versiegelt. Rigolen dienen als Auffangbecken bei Starkregen. Es gibt eine Regenwassernutzung für die Gartenbewässerung.