UmBAUgeflüster November 2020 

Fluchtwege offen halten – refugees welcome – #LeaveNoOneBehind

Über die Situation der Geflüchteten auf Lesbos war kurzzeitig viel zu hören und zu lesen, als Anfang September ein Feuer große Teile des Lagers Moria zerstört hat und tausende Menschen auf der Straße ausharren mussten. Schnell war dieses bedrückende Thema aber auch wieder aus den deutschen Medien verschwunden. Wir haben uns daher entschlossen, wenigstens in dem öffentlichen Raum vor unserem Haus mit Transparenten daran zu erinnern, dass die katastrophale Lage auf Lesbos nach wie vor andauert und die EU-Staaten sich ihrer Verantwortung zum Handeln weiterhin entziehen.
Um die Arbeit der Helfer*innen vor Ort zu unterstützen, haben wir außerdem Spenden gesammelt und können nun 750,00 € weitergeben. Das Geld wird an Medico international gespendet. Medico arbeitet mit der lokalen griechischen Organisation „Stand by me Lesvos“ zusammen, aber auch mit mehreren Selbstorganisationen von Geflüchteten („Moria Corona Awareness Team“, „Moria White Helmets“ und „Moria Academia“).

 Mit #LeaveNoOneBehind fordern wir daher: Evakuieren statt Ignorieren!
„Die Coronakrise steht derzeit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bestehen andere Krisen jedoch fort und werden durch die Pandemie und die Maßnahmen zur ihrer Eindämmung teilweise noch verstärkt. Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten sind Zeugen und Gradmesser dieser Krisen. Ein paar Wochen lang richtete sich die mediale Aufmerksamkeit auf rund 12 000 von ihnen, die auf Lesbos im Elend lebten. Die Situation auf den griechischen Inseln ist nach wie vor desolat und darf nicht in Vergessenheit geraten, doch das gilt auch für andere Regionen, in denen Menschen auf der Suche nach Schutz und Teilhabe stranden. (…)
Wenn Deutschland und die EU es ernst meinen mit der Minderung von Fluchtursachen, müssen sie die demokratischen Kräfte in Herkunftsländern wie Mali und Sudan unterstützen und nicht diejenigen, die sie unterdrücken. Und wenn Protestierenden nur noch der Weg ins Exil bleibt, dürfen die Grenzen nicht geschlossen sein. Sämtliche Deals, die darauf zielen, Flucht und Migration nach Europa um jeden Preis zu verhindern und Abschiebungen in Kriegs- und Krisenregionen zu erleichtern, sind menschenrechtlich nicht vertretbar.“ (Ramona Lenz; Medico international)
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Straße für alle: Runter vom Gas!

Unter diesem Motto zogen am 29.10.2020 vor den Häusern der gemeinschaftlichen Wohnprojekte SWK und umBAU² Turley in der Fritz-Salm-Straße den ganzen Tag über Kinder ihre Kreise. Warnschilder wurden gebastelt und aufgestellt, vorbeifahrende Autos wurden freundlich, aber nachdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich in diesem Bereich der Fritz-Salm-Straße um eine verkehrsberuhigte Zone handelt, in der lediglich mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Ein Fahrradparcours, der rege in Anspruch genommen wurde sowie Straßenmalaktionen und Spiele mit gebührendem Abstand machten den Autofahrern unmissverständlich klar, dass hier die Straße allen gehört und vor allem die Stärkeren Rücksicht auf Fußgänger und spielende Kinder nehmen müssen. Des Weiteren verteilten die Kinder gelbe Karten für Autos, die in ihren Spielbereichen abgestellt wurden, statt auf den deutlich ausgewiesenen Parkplätzen. Die Aktion wurde größtenteils sehr positiv aufgenommen und es wurde deutlich, dass sich viele Durchfahrende gar nicht darüber im Klaren sind, dass es sich um eine verkehrsberuhigte Zone handelt. „Jetzt wissen sie es und hoffentlich halten sie sich zukünftig daran“, so die Aussage eines teilnehmenden Kindes. Klar ist jedoch auch: Die Stadt Mannheim ist in der Pflicht, durch entsprechende bauliche Veränderungen dafür zu sorgen, dass Fußgänger und spielende Kinder vor Unfällen geschützt werden und dass der Spielbereich der Kinder nicht durch wild parkende Autos eingeschränkt wird. Die Kinder haben sich fest vorgenommen, in weiteren Aktionen ihren Anspruch auf Sicherheit und ausreichende Spielfläche mit Nachdruck zu äußern, damit die Fritz-Salm-Straße auch wirklich eine „Straße für alle“ wird.
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11 Millionen Personen zahlen bundesweit mehr als 40% ihres Haushaltseinkommen für Miete

In Mannheim ist die Durchschnittsmiete seit 2012 um 33% auf 8,37€ gestiegen (bedarf noch der Zustimmung des Gemeinderats).
Trotz innovativer und zukunftsweisender klimaschonender Gebäudetechnik können wir seit unserem Einzug 2016 die Kaltmiete auf 8,50€ halten. Damit liegen wir ca. 3€ unter der ortsüblichen Vergleichsmiete und als hochwertiger, gelobter und ausgezeichneter Neubau nur noch 13Cent über der neuen Mannheimer Durchschnittsmiete.
Möglich ist das durch das selbstverwaltete Bauen nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats: das heißt gemeinwohlorientiert, ohne Rendite und startfinanziert durch Direktkredite aus der Bürger*innenschaft. Das bietet einerseits eben dauerhaft bezahlbare Mieten, gleichzeitig wird damit auch ein möglicher Ansatz aufgezeigt, wie im Zuge des Klimawandels sich die Gebäudestruktur kostenneutral für die MieterInnen verändern lässt. Last not least unverkäuflich, von dauerndem Nutzen für die in Mannheim zur Miete wohnenden Bevölkerung.
Es ist vor dem Hintergrund dieser erfolgreichen Zahlen und Vorteile unerklärlich, warum das Modell des Mietshäuser Syndikats in Mannheim nicht mehr Förderung erfährt. Erst im Frühjahr musste auf Spinelli das Projekt MAvanti zurückziehen, unter anderem wegen unklarer Förderbedingungen. Mit dieser Konzeptvergabe zwingt die Stadt die Projekte gleichzeitig in teure und risikoreiche Vorfinanzierungen. So konkurrieren die Projekte des Mietshäuser Syndikat in Mannheim mit ganz normalen finanzstarken Investore*innen: Wir müssen uns also messen mit Spekulant*innen, die im schlimmsten Fall schon mit dem Baugrund spekulieren, ohne das überhaupt gebaut wurde. (siehe Turley Baufeld 4+5)
In anderen Gemeinden hat mehr Zukunft angefangen. Beispielsweise in der Stadt Frankfurt ist man hier schon ein Stück weiter: hier müssen 15% des städtischen Baulandes an gemeinwohlorientierte sozial vermietende Genossenschaften oder Mietshäuser Syndikate gehen! Zudem werden diese Flächen entwickelt von einem engagierten Beraterverein, die Stadt trägt die Personalkosten. Vielleicht guckt ja Mannheims neuer Baubürgermeister mal nach Hessen.

Treffpunkt

Seit einigen Wochen ist unsere Hausgemeinschaft stolze „Zurverfügungstellerin“ einer wunderbaren Sitzbank.
Auf die Idee kamen wir, weil Passanten bei Gesprächen das Fehlen eines schönen Platzes zur Rast  bemängelt hatten.

 Wir beschlossen deshalb der Allgemeinheit eine Holzbank zu Verfügung zu stellen. Das hat sich gelohnt. Sie ist ist ein Treffpunkt für viele Menschen aus dem Viertel geworden.

Mehr Projekte des Mietshäuser Syndikats

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist SWK-2017-3-1170x500@2x-1024x438.jpg
Die 3 MHS Projekte in Mannheim: links der Altbau 13ha Freiheit, weiß mit roten Läden rechts daneben: SWK und rechts davon umBAU² Turley

Sollten Sie die Realisierung von weiteren Projekten des MHS notwendig und unterstützenswert finden und noch nach einer sinnvollen Geldanlage suchen: werden Sie Direktkreditgeber:in von ESPERANZA auf dem Franklingelände oder dem COLLEGIUM ACADEMICUM in Heidelberg. ­ ­ ­ ­ ­ ­

Auch uns können Sie einen Direktkredit geben. Informationen dazu geben wir gerne persönlich!

Kontakt:
Cilli Bauer
cilli.bauer@umbau-turley.de
Simon  Glockner 
simonbz75@hotmail.com
Tel: 0621- 43622309 ­

umBAU Geflüster Juli 2019

Mietshäuser Syndikatsprojekte im Fernsehen

Neben der Hitze ist das Thema „Wohnen“ in aller Munde und in den Medien vertreten.

Angesichts explodierender Miet- und Immobilienpreise ist in vielen Städten bezahlbarer Wohnraum mittlerweile Mangelware und zum Spekulationsobjekt geworden. Damit finden sich immer mehr Menschen nicht länger ab und drehen den Spieß einfach um: Sie kaufen gemeinsam ein altes Haus oder ein Grundstück und garantieren sich bei Einzug dann günstige Mietpreise als BewohnerInnen.

So in etwa ist der Beitrag in der Sendung „Markt“ im WDR Fernsehen beschrieben und das Wesentliche:

Sowohl „Markt“ vom 26.06. und das Heute Journal im ZDF vom 13.07.2019 nehmen solidarische Wohnkonzepte unter die Lupe.

Hier kommt das Mietshäuser Syndikat ins Spiel (vom Heute Journal im ZDF leider schlecht recherchiert als Mietsyndikat bezeichnet) und u.a. unser Haus als ein Beispiel für ein Neubauprojekt im Mietshäuser Syndikat.

Das Mietshäuser Syndikat wächst weiter.

Auf der regionalen Mitgliederversammlung am 06.07.2019 in Mannheim wurden aus dem ganzen Bundesgebiet 6 neue Projekte aufgenommen, so dass es bundesweit jetzt 150 Projekte gibt. Aus Mannheim wurde „Esperanza“ aufgenommen, die auf dem Franklingelände bauen werden.

Das auf dem Konversionsgelände Spinelli als Mietshäuser Syndikats Wohnprojekt geplante sozialökologische MAvanti (ganzjähriges Co² freies Plusenergiehaus und 2/3 sozialer Wohnungsbau) schreitet voran.

Die Projektplanungsgruppe ist auf 15 Personen erweitert, Interessierte können gerne auf der Webseite den Newsletter abonieren, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Mietshäuser Syndikat in der Mannheimer Abendakademie

Hier schon mal ein Hinweis für den Oktober:

Am 25.10. gibt es in der Mannheimer Abendakademie eine Veranstaltung zum Thema: „Was ist das Mietshäuser Syndikat?“

Wie genau gelingen günstige Kostenmieten und unkündbare Mietverhältnisse? Wie kann Wohnraum als Lebensgrundlage dauerhaft der Spekulation entzogen werden? Worin liegen die Vorteile für Kommunen und Städte? Wie können mehr dieser Projekte entstehen? Diese und andere Fragen beantworten verschiedene Referent*innen.
Vortrag am Freitag, am Samstag Führungen zu den drei Syndikatsprojekten auf dem Turleygelände.

Und sonst:

Wer noch nach einer sinnvollen Geldanlage sucht: Informationen zu Direktkrediten geben wir gern persönlich, Kontakt: Cilli Bauer cilli.bauer@umbau-turley.de; Simon Glockner simonbz75@hotmail.com

Wir wünschen noch einen entspannten Sommer!!!

umBAU Geflüster März 2019

Bauflächen sind keine nachwachsenden Rohstoffe! Hat es nur Tom Bock verbockt?

Der Turleyskandal – Immobilienspekulation und Verkauf der Bauflächen 4 und 5 auf dem Turley Konversionsgelände: jahrelang wurde nicht gebaut und wir durch falsche Informationen und diverse Hinhaltetaktiken im Turley-Beirat durch die Tom Bock-Group getäuscht, was die Bauflächen vor unserer Haustüre angeht. Jetzt wurde es öffentlich: die Baufelder 4 und 5 – für 6 Millionen gekauft – wurden für 36 Millionen nach knapp 4 Jahren weiterverkauft! Damit rückt preiswertes Wohnen auf Turley in weite Ferne! Hier Weiteres zu den Hintergründen neuen Investoren etc.

Wir mobilisieren deshalb zu der Demonstration

Unsere Forderungen:

  • Alle Flächen im Stadtgebiet müssen der Stadt planerisch erhalten bleiben, keine Verkäufe ohne Konzept und Rückkaufrecht!
  • Preisgünstiges Bauen und schwach verzinste Finanzierung in die Konzepte aufnehmen
  • Das 12-Punkte-Programm rückwirkend auf allen Konversionsflächen anwenden!
  • Die Quote bezahlbaren Mietwohnraums auf 40% (Frankfurt) oder 50% (Freiburg) erhöhen!
  • Durch die Vergabe von Erbbaurechten statt Verkäufen einen städtischen Grundstückspool schaffen und Bodenpreisentwicklung dämpfen!
  • Bevorzugt gemeinwohlorientierte Investoren wählen! Profitorientierte im Nachgang!
  • Die Politik der MWSP muss durch andere Mehrheiten im Gemeinderat verändert werden!

Nicht nur gemeinsam Wohnen – Autos teilen – die Straße wieder erobern

Nachdem wir jetzt fast drei Jahre im Haus wohnen, sind wir noch einige Schritte weitergegangen. In drei Haushalten wurde inzwischen das eigene Auto abgeschafft.

Um trotzdem motorisierte Mobilität zu ermöglichen, haben wir einen Verein gegründet, Autoteilen Fritz Salm Straße n.e.V., über den sich die Bewohner*innen des Hauses bei Bedarf ein Auto von Stadtmobil Rhein-Neckar mieten können. Seit März stehen deshalb zwei Fahrzeuge von Stadtmobil Rhein-Neckar bei uns vor der Tür.

Das ermöglicht nicht nur den Mitgliedern unseres Vereins eine motorisierte Mobilität, sondern macht auch anderen Bewohner*innen unseres Viertels diese Art der Fortbewegung schmackhaft – Anreiz, den Individualverkehr in unserem Viertel zu reduzieren! Aufgrund der besseren Ökobilanz haben wir uns für einen kleinen stationären Fuhrpark entschieden. Ein Standort mit Elektroautos, die mit der von unserem Dach gewonnen Energie versorgt wird, ist zurzeit noch nicht möglich, vielleicht aber eine Option für die Zukunft.

Im April planen wir einen Aktionstag, zu dem wir noch gesondert einladen werden: Die Straße den Bewohner*innen, nicht den Autos!

Spielplatz ist gebaut!

In nachbarschaftlicher Aktion haben wir zusammen mit den Bewohner*innen von SWK für die Kinder der beiden Projekte einen spannenden Aktiv-Spielplatz gebaut: Jetzt kann der Frühling kommen!

Und sonst:
Wer noch nach einer sinnvollen Geldanlage sucht: Informationen zu Direktkrediten geben wir gern persönlich, Kontakt: Cilli Bauer cilli.bauer@umbau-turley.de; Simon Glockner simonbz75@hotmail.com
Tel: 0621-43622309.
Wir sehen uns auf der Demo!

umBAU Geflüster November 2019

WHAT A YEAR… UND NOCH IST ES NICHT VORBEI

EIN BLICK IN DEN DEZEMBER

  • Morgen – am 01.12.laden wir ein zum Runden Tisch Gemeinschaftliches Wohnen Mannheim im Stadthaus N1 Raum Swansea. Hauptthema ist die Entwicklung gemeinschaftlichen Wohnens im Zug der Konversion. Neben den neuen Projekten ESPERANZA auf Franklin und MAvanti auf Spinelli wird auch das Baufeld 2 auf dem Hammond Gelände in Seckenheim Thema sein, hierzu haben wir mit anderen ein breites Bündnis ins Leben gerufen – nachzulesen hier.
  • Sonntag, 09.12.: von 12 – 17 Uhr gibt es auf Initiative  von SWK den Wintertrödel auf Turley u.a. mit Ständen von BewohnerInnen der Wohnprojekte SWK, 13ha Freiheit und uns. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt und es ist eine gute Gelegenheit, die Syndikatsprojekte auf dem Turleygelände live zu erleben.
  • Vielleicht werden dieses Jahr noch zwei CarSharing Stellplätzevor unserem Haus Wirklichkeit werden!! Was wir immer gesagt haben, Autoverbrauch wird rückläufig werden. Und kommunale Stellplatzschlüssel – und damit Wohnbau- bzw. Mietkosten! können reduziert werden! Transformation ist übergreifend und die Stadt hat die Steuerung der Entwicklung in der Hand! 

EIN BLICK ZURÜCK

November

  • Im November haben wir noch einen großen Teil geplanter Eigenleistung an unserm Haus abgearbeitet. Der neue Carportbraucht nur noch Anschlüsse und – im neuen Jahr – das Gründach! Fehlt noch der Spielplatz – dann kann die Bauabnahme kommen!

  

  • Außerdem hatten wir neue zukünftige Mietshäuser Syndikatsprojekte zu Besuch – Kernhausaus Tübingen und Trauben+Rosinen aus Schwäbisch Hall. Wir unterstützen jederzeit und gerne. Neue Syndikatsprojekte braucht das Land!

Oktober

  • In diesem Zusammenhang: Ende Oktober verabschiedete der Gemeinderat den Rahmenplan für das Konversionsgelände Spinellisüdlich von Käfertal – hier soll mit MAvanti ein weiteres Syndikatsprojekt – aufbauend auf den Erfahrungen von umBAU2 Turley entstehen.
  • Am 16.Oktober durften wir die Idee des Mietshäuser Syndikats in der Hochschule für Technik und Architektur in Stuttgart bei der Veranstaltung „Wer baut die Stadt?“vor etwa 150 StudentInnen, ArchitektInnen und KommunalpolitikerInnen vorstellen.
  • Der Oktober stand ansonsten bei uns ganz im Zeichen der Kohle: unsere Busfahrt in den Hambacher Forstwar bereits ein Stückchen regionaler Vernetzung – ein großartiges Erlebnis war die Power der 40.000 Leute vor Ort in diesem wunderschönen alten Wald. Hinter dem kindlich klingenden „Hambi bleibt!“ steckt eine der akutesten Forderungen unserer Zeit: CO² und Klimaerwärmung muss gestoppt werden!

Sommer

Der heiße Klimawandelsommer ließ unsere Aktivitäten etwas lahmen. Auf der anderen Seite zeigte uns die digitale Erfassung der Solaranlage auf dem Dach durch elektronische Smartmeter und die Fernüberwachung unserer solarthermischen Anlage (Solarthermie plus Paraffinspeicher): wir sind auf dem richtigen Weg. Alleine durch die geschickte Nutzung der Kraft der Sonne entstehen uns als MieterInnen bei einer Neubau-Kaltmiete von 8,50€ Warmmieten in Höhe von nur 10,30€ (darin enthalten sind u.a. Wärmekosten für Heizung und Wasser, Aufzug, Versicherungen, Müllgebühren, Wartungen, Gartenwasser, Allgemeinstrom, hinzu kommt also nur der Privatstromverbrauch, individueller Wasserverbrauch +Kabel!)

Die erste Jahreshalbzeit enthielt nicht weniger als:

die Verabschiedung des 12-Punkte Programms in Mannheim, die Veranstaltung „Eine Stadt für Alle“ des Mietshäusersyndikats im Rhein Neckar Delta und die bundesweite Mitgliederversammlung des Mietshäuser Syndikats. Auf dem Turleygelände und in den Räumen der Hochschule Alanus waren über 300 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet zum ersten Mal in Mannheim! (Wir berichteten)

Wer es nicht zum Runden Tisch oder zum Flohmarkt bei SWK schafft – am 6. Januar trifft man uns beim Neujahrsempfang im Stadthaus.

Und sonst:
Wer noch nach einer sinnvollen Geldanlage sucht: Informationen zu Direktkrediten geben wir gern persönlich, Kontakt: Cilli Bauer cilli.bauer@umbau-turley.de; Simon Glockner simonbz75@hotmail.com
Tel: 0621-43622309.

Wir wünschen einen entspannten Dezember!

Im Bermudafunk – Freies Radio Rhein-Neckar: Mietshäuser Syndikat im Rhein-Neckar Raum

4-teiliges Interview mit Günter Bergmann im Juli 2018
Günter Bergmann ist Mitbewohner und Aktivist des Mietshäuser Syndikats in Mannheim.
Teil 1: Organisationsstruktur und Wohnprojekte des Mietshäuser Syndikats im Rhein-Neckar Raum.
Teil 2: Projekte die in Planung bzw. Umsetzung sind und welche Position das Mietshäuser Syndikat im Immobilen- und Wohnungsmarkt bezieht.
Teil 3: Kommunale Stadtentwicklung und das Mietshäuser Syndikat.
Teil 4: Selbstverständnis und Wahrnehmung des Mietshäuser Syndikat.

umBAU Geflüster April 2018

STADT FÜR ALLE
Ein Erfolg war unsere Veranstaltung im Forum der Jugend EINE STADT FÜR ALLE. Zum ersten Mal präsentierten sich hier die Projekte aus dem Rhein-Neckar-Delta zusammen, mehr Informationen dazu und 20 Minuten bewegte Bilder gibt es hier. 
Die Veranstaltung wird wiederholt am 15. Juni bei der Hagebutze in Heidelberg.

MAX-JOSEPH-STRASSENFEST
Konkrete Fragen können auch beim Max-Joseph Strassenfest am 5.Mai an uns gestellt werden – das Projekt ESPERANZA auf Franklin ist hier auch vertreten!

MIETSHÄUSER SYNDIKAT MV
Die Vorbereitungen für die erste Ausrichtung des bundesweiten Treffens des Mietshäuser Syndikats  11. bis 13. Mai hier in Mannheim laufen jetzt auf vollen Touren! Wir erwarten 200 – 300 Menschen hier.
Wer noch einen Schlafplatz hat für unsere Gäste oder uns mit Kuchen, beim Aufbau, allem rund ums Essen oder Organisation unterstützen will, kann sich hier melden. 
Ansonsten freuen wir uns schon sehr!!

TURLEY FEST 9. Juni 12 – 21 Uhr
Am 9.6. erwarten wir Euch dann wieder zum Turley Fest hier auf dem Turley Gelände. Vielleicht gibt es dann Infos durch die MWSP wie es konkret mit dem Casino weitergeht? Wir wünschen uns vernetzende Offene Räume – nicht nur für die Menschen auf dem Turleygelände selbst, sondern für den gesamten Herzogenried, Wohlgelegen und die Neckarstadt! 
Turley ist keine Insel, sondern wir wollen mittendrin sein! Dazu braucht es übrigens auch einen Übergang zum Eisenlohrplatz, die SPD wollte sich erkundigen??

MAvanti, SPINELLI und das 12 PUNKTE PROGRAMM
Wir sind gespannt zu welchem Ergebnis die Mehrheitsverhältnisse im Mannheimer Gemeinderat führen. Wird auf Spinelli endlich eine 30%ige Quote für mehr bezahlbaren Mietwohnraum sorgen? Oder hat sich die Eigenheimlobby durchgesetzt?
Wir vom Mietshäuser Syndikat planen hier etwas ganz anderes, erste Eindrücke gibt es auf der Seite von MAvanti, Infos auch auf dem Max-Joseph-Strassenfest!
InteressentInnen, die sich das Haus gebaut schon mal real angucken wollten – bei uns auf Turley (ist und) war das möglich – am Tag nach der BUGA Veranstaltung letzte Woche zum Nachmittag der Offenen TürSehr positive Rückmeldungen! 

Eine Stadt für Alle – jetzt selber planen!

Eine Einladung des Mietshäuser Syndikats im Delta für 12. April um 19.00 im Forum der Jugend
 

Wohnungsnot, zu teure Mieten, Verdrängung aus den Quartieren – das sind Themen, die auch in Mannheim längst Alltag sind.

In Mannheim ist laut Mannheimer Morgen die Nettomiete einer 75qm großen Referenzwohnung in den letzten 10 Jahren um 24%, also fast ein Viertel teurer geworden. Da sich die Löhne keineswegs entsprechend entwickelt haben, bedeutet das real nichts anderes als Verteilung von Geld in die falsche Richtung, die soziale Schere geht mit dieser Entwicklung ständig weiter auseinander.

Gleichzeitig gibt es aber kommunalpolitisch noch immer kein wirklich eindeutiges Gegenlenken. Auch das im Sommer letzten Jahres verabschiedete 12-Punkte-Programm, das mit der 30% Sozialquote endlich ein sehr sinnvolles wohnungspolitisches Instrument darstellen könnte, harrt noch der spezifischen Umsetzung und der dafür erforderlichen Mehrheit!
Bundespolitisch zeichnet sich ebenfalls keine energische Umkehr ab – erste Vorschläge, die Mietpreisbremse zu einem wirklichen Instrument zu machen, gehen in die richtige Richtung, werden aber alleine nicht reichen, eine Veränderung zu bewirken.

Die zunächst eingängige Devise „Einfach mehr Bauen“ bedeutet nicht, dass dabei günstiger, alle Teile der Bevölkerung berücksichtigender Wohnraum entsteht. Im Gegenteil: ungeregelt und wildwüchsig entsteht hier nach wie vor das, was der Markt fordert und am meisten Geld bringt: hochpreisiges Bauen.
Geldanleger, Investoren und Banken bestimmen so weiterhin das Geschehen in Mannheim, vielleicht hat auch kurzfristig der Stadtsäckel durch weiter steigende Bodenpreise etwas mehr Geld in der Tasche. Für viele MannheimerInnen sind diese veräußerten städtischen Bauflächen dann aber quasi „verbrannt“ – auf lange Sicht wird in diesen Bezirken niemand mehr mit einem geringeren Einkommen einziehen können. Auch können Mietpreise von 11 oder 12 € keine sogenannten „Sickereffekte“ auslösen – im Gegenteil, jeder hält an seiner alten Bestandswohnung fest.
Kostbares Mannheimer Tafelsilber hat den Besitzer gewechselt und ist als städtische Ressource, langfristig günstigen Wohnraum anbieten zu können, verloren!

Was tun?

Eine Veränderung ist derzeit durch etablierte Kanäle kaum zu erwarten.
Immer mehr Menschen engagieren sich deshalb selbst wohnungspolitisch. Das umfasst längst nicht nur die MieterInnen: auch BesitzerInnen von Eigentumswohnungen erleben die Veränderung der Städte, die zunehmende Aufteilung der Bevölkerung, die Auflösung der Sozialstruktur und den damit einhergehenden Verfall von Stadtteilen.
Wohnungsnot ist insofern längst ein gesamtgesellschaftliches Problem.

Einen modellhaften und ganz speziellen Beitrag dazu leistet das Mietshäuser Syndikat.
Deswegen entstehen gerade immer mehr solcher Projekte hier im Delta!
Wie bekannt haben bereits 3 Projekte hier im Stadtteil (13Ha Freiheit , SWK und umBAU² Turley) nach den Prinzipien Mieten ohne Profit /Unverkäuflichkeit/ Selbstverwaltung durch die MieterInnen gebaut.

Weniger bekannt ist, dass es in Weinheim bereits seit Jahren das Templerhaus gibt, in Heidelberg die Hagebutze über 60 Menschen sehr günstigen Wohnraum bietet. Das Collegium Academicum wird 2020 in Heidelberg für fast 200 Studenten innovativen Wohnraum neu bauen. Ebenfalls in der Heidelberg Altstadt soll ein erstes Haus von den Mieterinnen übernommen werden (OBG).
Auch in Mannheim soll die auf Turley erfolgreich begonnene Entwicklung weitergehen: auf der Konversionsfläche Franklin entsteht das Hausprojekt Esperanza. Für Spinelli bewirbt sich die Initiative MAvanti, die unter anderem 2/3 sozialen Wohnungsbau verwirklichen will. Dieser wachsende Verbund von Projekten möchte sich zum ersten Mal in einer gemeinsamen Veranstaltung präsentieren

„STADT FÜR ALLE – Jetzt selber planen!“

am Donnerstag dem 12. April um 19.00 im Forum der Jugend /Neckarpromenade.

(Dieselbe Veranstaltung wird am 15. Juni in Heidelberg auf dem Gelände des Projektes Hagebutze in HD wiederholt!) 

und zu folgenden Fragen Stellung nehmen:

– Was haben alle diese unterschiedlichen Projekte gemeinsam?
– Wie funktioniert so ein Projekt?
– Worin besteht die Chance für Gemeinden wie Mannheim oder Heidelberg?
– Kann man mehr darüber erfahren oder sich beteiligen?

Wer sich so ein Projekt live anzusehen möchte:

ein weiterer Nachmittag der Offenen Tür bei umBAU² Turley am Sonntag, 22.4., 15 Uhr – 17 Uhr (Fritz – Salm – Str. 12) bietet Gelegenheit!

Schlafplätze gesucht

Und wer noch mehr über das Mietshäuser Syndikat erfahren möchte, hat dazu Gelegenheit am 11. – 13. Mai! Zum ersten Mal findet die Mitgliederversammlung des Mietshäuser Syndikats  in Mannheim statt!! Wir werden 200 – 300 Menschen aus den über 100 bundesdeutschen Mietshäuser Syndikatsprojekten und neuen Initiativen begrüßen.

Wer sich also vorstellen kann, 1-2 Nächte echte Syndikalisten zu beherbergen melde sich bitte bei kontakt@umbau-turley.de

Wir sind 3. Preisträger des Contracting Preises BW 2017

Auszug aus der Webseite des Kompetenzzentrum Contacting

3. Preis: umBAU2 Turley – ein Projekt des Mietshäusersyndikats

  

Die Firma Turley Umbau2 GmbH, Mannheim wurde für ihr Projekt des Mietshäusersyndikats ‚umBAU2Turley‘ mit dem 3. Preis ausgezeichnet.

Das Wohnprojekt umBAU² auf Turley realisiert mit seinem Neubau die Idee vom zukunftsorientiertem Wohnen. Als Teil des Mietshäuser Syndikats will es einen alternativen, nachhaltigen und nicht gewinnorientierten Wohnraum ermöglichen. Mit einem fortschrittlichen Energiekonzept antwortet das Projekt auf die ökologischen Herausforderungen und beschreitet dabei innovative Wege. Ein Aspekt ist das Contracting mit der Heidelberger Energiegenossenschaft.

Das sagt die Jury:

  • Sehr anspruchsvolle Kombination von hohem Dämmstandard und innovativer Versorgungstechnik (KfW55).
  • 100 Prozent erneuerbare Energiebilanz mit beachtlicher Eigenversorgungsquote von 90 Prozent.
  • Ein intelligentes Zähler- und Kommunikationskonzept macht die Verbrauchsstruktur für die Nutzer transparent.
  • Die gewählte Kombination komplexer Versorgungstechniken und Bedarfsoptimierung erfordert höchstes Engagement des Betreibers vor allem hinsichtlich des Energie- und Anlagenmanagements.